ADR — Average Daily Rate
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ADR — Average Daily Rate — Ist der durchschnittliche Zimmerpreis pro verkauftem Zimmer und Nacht. Sie gehört zu den drei zentralen Kennzahlen in deinem Hotel-Revenue-Management, neben der Belegungsrate (Occupancy) und dem RevPAR. Die Formel: Logis-Umsatz geteilt durch die Anzahl verkaufter Zimmernächte.
Einfach erklärt
Die Average Daily Rate beantwortet eine einfache Frage: Wie viel Umsatz generiert das Hotel im Durchschnitt pro verkauftem Zimmer und Nacht? Damit ist sie der direkteste Indikator für die Preisdurchsetzung eines Hotels am Markt.
Wichtig: Die ADR berücksichtigt ausschliesslich tatsächlich verkaufte Zimmer. Leerstehende Zimmer fliessen nicht in die Berechnung ein, das unterscheidet die ADR vom RevPAR, der alle verfügbaren Zimmer einbezieht. Ein Hotel mit einer ADR von 150 EUR und 50 % Belegung generiert also denselben RevPAR wie ein Hotel mit 75 EUR ADR und 100 % Belegung.
Historisch stammt die Kennzahl aus der anglo-amerikanischen Hotellerie und hat sich weltweit als Branchenstandard etabliert. In STR-Reports, Investor-Reportings und Management-Verträgen ist die ADR eine der Basiskennzahlen, die immer ausgewiesen wird.
Die ADR wird typischerweise auf Tagesbasis, Monats- und Jahresebene betrachtet, und immer im Kontext: im Vergleich zum Vorjahr (YoY), zum Budget und zum Comp-Set.
Berechnung der ADR
ADR = Logis-Umsatz ÷ Anzahl verkaufter Zimmer
Rechenbeispiel
Ein Hotel mit 120 Zimmern erzielt in einem Monat (30 Tage) einen Logis-Umsatz von 270.000 EUR. In diesem Zeitraum wurden 2.700 Zimmernächte verkauft.
270.000 EUR ÷ 2.700 = 100 EUR ADR
Interpretation: Im Durchschnitt hat jedes verkaufte Zimmer 100 EUR pro Nacht eingebracht. Die Belegungsrate liegt bei 75 % (2.700 von 3.600 verfügbaren Zimmernächten), der RevPAR bei 75 EUR.
Was fliesst in die ADR ein, und was nicht?
In die ADR-Berechnung gehört ausschliesslich der reine Logis-Umsatz (Zimmererlös). Nicht enthalten sind: Frühstück (auch wenn es im Zimmerpreis inkludiert wirkt), F&B-Umsätze, Spa-Erlöse, Parking oder andere Zusatzleistungen. Für die Gesamtbetrachtung gibt es den TRevPAR.
Anwendung in der Praxis
Ein Hotel mit 120 Zimmern analysiert einen Monat mit 30 Tagen. Der Logis-Umsatz liegt bei 270.000 EUR, verkauft wurden 2.700 Zimmernächte.
Das Team berechnet die ADR mit der Standardformel Logis-Umsatz geteilt durch verkaufte Zimmernächte und prüft das Ergebnis zusammen mit Occupancy und RevPAR.
270.000 EUR geteilt durch 2.700 ergibt 100 EUR ADR. Bei 3.600 verfügbaren Zimmernächten liegt die Belegung bei 75 Prozent und der RevPAR bei 75 EUR.
Relevanz für den Hotelbetrieb
Revenue Management
Kernkennzahl für die Preissteuerung. Tägliche Überwachung, Comp-Set-Vergleich und Basis für Pricing-Entscheidungen.
Commercial
Steuerung des Kanalmix: Welcher Kanal liefert welche Netto-ADR? Basis für Distributionsentscheidungen.
Finanzen
Budgetplanung und Forecast. ADR-Ziele werden auf Monats- und Jahresebene gesetzt und im Owner Reporting ausgewiesen.
Marketing
Kampagnensteuerung: Welche Kampagnen bringen Buchungen zu welcher ADR? Vermeidung von unnötiger Rabattierung.
Front of House
Upselling an der Rezeption: Jedes erfolgreiche Upgrade auf eine höhere Zimmerkategorie steigert die ADR direkt.
Typische Fehler & Best Practices
Häufige Fehler
- ADR isoliert betrachten, ohne Belegung und RevPAR einzubeziehen, eine hohe ADR bei 40 % Belegung ist kein Erfolg.
- Frühstücks- oder Paketkomponenten in den Logis-Umsatz einrechnen, was die ADR verzerrt.
- ADR nur im Jahresvergleich betrachten, ohne den Comp-Set-Index zu prüfen, das eigene Wachstum kann hinter dem Markt zurückbleiben.
- Pauschale Rate-Reduktionen in schwachen Perioden, statt segmentspezifisch zu steuern.
Best Practices
- ADR immer im Dreiklang mit Occupancy und RevPAR analysieren.
- Nach Segment differenzieren: Die ADR im Corporate-Segment hat andere Treiber als im Leisure- oder Gruppen-Segment.
- Netto-ADR pro Kanal berechnen (nach Abzug von Provisionen), um die tatsächliche Marge zu verstehen.
- ADR-Index im STR-Report monatlich prüfen und bei einem Wert unter 100 Ursachenanalyse durchführen.
Nächster Schritt
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Was du zu diesem Begriff wissen solltest.
Eine "gute" ADR hängt stark von Standort, Hotelkategorie und Markt ab. Entscheidend ist nicht der absolute Wert, sondern der Vergleich mit dem Comp-Set (Wettbewerbergruppe). Ein ADR-Index über 100 im STR-Report bedeutet, dass das Hotel über dem Marktdurchschnitt liegt.
ADR = Logis-Umsatz ÷ Anzahl verkaufter Zimmer. Beispiel: 75.000 EUR Zimmerumsatz bei 1.000 verkauften Zimmernächten ergibt eine ADR von 75 EUR.
Die ADR berücksichtigt nur verkaufte Zimmer, der RevPAR bezieht alle verfügbaren Zimmer ein. Ein Hotel kann eine hohe ADR haben, aber bei niedriger Belegung trotzdem einen schwachen RevPAR erzielen. Beide Kennzahlen zusammen ergeben das vollständige Bild.
Typische Hebel: Dynamic Pricing, gezielte Steuerung des Kanalmix zugunsten margenstarker Buchungswege, Upselling auf höherwertige Zimmerkategorien, Reduktion von Rabattierungen und strategische Nutzung von Minimum-Length-of-Stay-Restriktionen.