TRevPAR — Total Revenue per Available Room
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TRevPAR — Total Revenue per Available Room — Ist der Gesamtumsatz aller Departemente eines Hotels, Logis, F&B, Spa, Parking, Events und sonstige Erlöse, geteilt durch die Anzahl verfügbarer Zimmer. Im Gegensatz zum RevPAR, der nur den Zimmerumsatz erfasst, bildet der TRevPAR die gesamte Wertschöpfung eines Hotels in einer einzigen Kennzahl ab und ist damit der zentrale KPI für Total Revenue Management.
Einfach erklärt
Der RevPAR ist seit Jahrzehnten die Referenzkennzahl der Hotellerie. Aber er hat einen blinden Fleck: Er sieht nur den Zimmerumsatz. Ein Resort, das 45 % seines Gesamtumsatzes mit Gastronomie, Spa und Events generiert, wird durch den RevPAR nur zur Hälfte abgebildet. Genau hier setzt der TRevPAR an, er erfasst alle Einnahmequellen und setzt sie ins Verhältnis zur Zimmerkapazität. Damit beantwortet er die umfassendere Frage: Wie viel Gesamtumsatz generiert jedes verfügbare Zimmer, über alle Departemente hinweg?
Der TRevPAR verändert die Perspektive fundamental. Zwei Hotels mit identischem RevPAR von 120 EUR können völlig unterschiedlich abschneiden: Hotel A (reines Stadthotel, kaum F&B) hat einen TRevPAR von 135 EUR. Hotel B (Wellnesshotel mit Restaurant, Spa und Tiefgarage) kommt auf einen TRevPAR von 215 EUR. Der reine RevPAR-Vergleich täuscht Gleichwertigkeit vor, der TRevPAR offenbart, dass Hotel B pro Zimmer 60 % mehr Gesamtumsatz generiert. Für Investoren, Eigentümer und die Geschäftsleitung ist das die relevantere Information.
Entscheidend ist die Department Contribution Analysis: Wie viel trägt jede Abteilung zum TRevPAR bei? In einem typischen Full-Service-Hotel entfallen etwa 60–65 % auf Logis, 20–25 % auf F&B, 5–8 % auf Spa/Wellness und der Rest auf Parking, Minibar, Wäscheservice und sonstige Erlöse. Diese Aufschlüsselung zeigt, wo Optimierungspotenzial liegt. Wenn der F&B-Anteil am TRevPAR sinkt, braucht es keine Zimmerpreis-Erhöhung, sondern eine F&B-Strategie. Der TRevPAR macht sichtbar, was der RevPAR verbirgt.
Berechnung des TRevPAR
TRevPAR = Gesamtumsatz aller Departemente ÷ Verfügbare Zimmer
Rechenbeispiel
Ein Wellnesshotel mit 100 Zimmern hat in einem Monat (30 Tage) 3.000 verfügbare Zimmernächte (100 × 30). Die Umsätze verteilen sich wie folgt:
Logis-Umsatz: 420.000 EUR
F&B-Umsatz: 168.000 EUR
Spa-Umsatz: 54.000 EUR
Parking & Sonstiges: 18.000 EUR
Gesamtumsatz: 660.000 EUR
TRevPAR = 660.000 ÷ 3.000 = 220 EUR
Zum Vergleich, RevPAR = 420.000 ÷ 3.000 = 140 EUR
Interpretation: Der RevPAR von 140 EUR bildet nur 64 % des tatsächlichen Umsatzes pro verfügbarem Zimmer ab. Der TRevPAR von 220 EUR zeigt das vollständige Bild. Die Differenz von 80 EUR pro verfügbarem Zimmer und Nacht, das sind 240.000 EUR im Monat, wäre im reinen RevPAR-Reporting unsichtbar.
Department Contribution
Die Aufschlüsselung zeigt die Umsatzstruktur: Logis 63,6 %, F&B 25,5 %, Spa 8,2 %, Sonstiges 2,7 %. Wenn der TRevPAR steigen soll, ohne die Zimmerrate weiter zu erhöhen, liegt der grösste Hebel in F&B und Spa. Ein Anstieg des F&B-Umsatzes um 10 % würde den TRevPAR um 5,60 EUR steigern, ohne dass ein einziges Zimmer mehr verkauft werden muss.
Anwendung in der Praxis
Eine Hotelgruppe vergleicht drei Häuser: Hotel Alpin (Resort, 80 Zimmer), Hotel Central (Stadthotel, 140 Zimmer) und Hotel Lago (Seehotel, 60 Zimmer). Im RevPAR-Ranking führt Hotel Central (165 EUR), gefolgt von Hotel Alpin (142 EUR) und Hotel Lago (118 EUR). Der CFO fragt sich, warum Hotel Lago trotz des niedrigsten RevPAR den höchsten GOP erzielt.
Einführung des TRevPAR als zusätzlichen Benchmark. Die Analyse zeigt: Hotel Lago hat einen TRevPAR von 248 EUR (Zimmer + starkes F&B + Spa + Bootsverleih), Hotel Alpin liegt bei 227 EUR (Zimmer + F&B + Ski-Depot + Spa), Hotel Central bei 182 EUR (fast ausschliesslich Logis). Die Revenue-Strategie wird angepasst: Hotel Central erhält ein Upselling-Programm für F&B (Late Checkout + Frühstück als dynamisches Paket), Hotel Alpin optimiert die Spa-Auslastung durch zeitslotbasiertes Yield Management.
Nach sechs Monaten steigt der TRevPAR von Hotel Central um 14 % auf 208 EUR, getrieben durch den neuen F&B-Upselling-Ansatz. Hotel Lago behält die Führung mit 261 EUR. Die Gruppenleitung versteht erstmals, dass Hotel Lago nicht das schwächste, sondern das profitabelste Haus ist, und investiert gezielt in dessen Non-Room-Revenue-Infrastruktur.
Relevanz für den Hotelbetrieb
Revenue Management
TRevPAR als Ergänzung zum RevPAR zeigt die Gesamtperformance. Ermöglicht segmentbezogene Analyse: Welches Gästesegment generiert den höchsten Gesamtertrag? Grundlage für Total Revenue Management.
Operations
Department Contribution Analysis zeigt, welche Betriebsbereiche zum Gesamtertrag beitragen, und wo operative Verbesserungen den grössten Umsatzhebel haben.
F&B
Der TRevPAR macht den F&B-Beitrag zum Gesamterfolg sichtbar und messbar. Gastronomie wird vom Kostenfaktor zum aktiv gemanagten Revenue Center mit eigenem Umsatzziel.
Management / Finance
Für Investoren und Eigentümer ist der TRevPAR aussagekräftiger als der RevPAR, er bildet die gesamte Ertragskraft ab. In Kombination mit GOPPAR (Gross Operating Profit per Available Room) entsteht ein vollständiges Bild.
Typische Fehler & Best Practices
Häufige Fehler
- TRevPAR als isolierte Kennzahl betrachten, ohne die Department Contribution aufzuschlüsseln, der Gesamtwert allein zeigt nicht, wo der Hebel liegt.
- TRevPAR zwischen nicht vergleichbaren Hoteltypen benchmarken: Ein reines Stadthotel ohne F&B mit einem Resort zu vergleichen verzerrt das Bild. Der Vergleich muss innerhalb ähnlicher Betriebstypen erfolgen.
- Datensilos zwischen Departementen: Wenn F&B-Umsatz, Spa-Erlöse und Logis in verschiedenen Systemen ohne Verknüpfung liegen, lässt sich kein verlässlicher TRevPAR berechnen.
Best Practices
- TRevPAR monatlich neben dem RevPAR reporten, mit Aufschlüsselung nach Departement. Die Trendentwicklung beider Kennzahlen zeigt, ob Non-Room-Revenue wächst oder stagniert.
- Segmentbezogenen TRevPAR berechnen: Was generiert ein Leisure-Gast insgesamt vs. ein Business-Gast? Diese Analyse verändert Pricing- und Distributionsentscheidungen fundamental.
- Dateninfrastruktur schaffen: PMS, POS-System und Spa-Software müssen verbunden sein, damit der TRevPAR automatisiert und korrekt berechnet werden kann, keine manuellen Excel-Zusammenführungen.
Nächster Schritt
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Was du zu diesem Begriff wissen solltest.
RevPAR erfasst nur den Logis-Umsatz (Zimmererlös) pro verfügbarem Zimmer. TRevPAR bezieht alle Umsatzquellen ein, F&B, Spa, Parking, Events, Minibar und sonstige Erlöse. In Full-Service-Hotels kann der TRevPAR 40–80 % über dem RevPAR liegen, abhängig von der Stärke der Non-Room-Revenue-Bereiche. Für die Bewertung der Gesamtperformance ist der TRevPAR die aussagekräftigere Kennzahl.
TRevPAR = Gesamtumsatz aller Departemente ÷ Anzahl verfügbarer Zimmer. In den Gesamtumsatz fliessen Logis, F&B, Spa, Parking, Events und alle weiteren Erlösquellen ein. Beispiel: Ein Hotel mit 100 Zimmern und einem monatlichen Gesamtumsatz von 660.000 EUR hat bei 3.000 verfügbaren Zimmernächten einen TRevPAR von 220 EUR. Zum Vergleich: Liegt der reine Logis-Umsatz bei 420.000 EUR, beträgt der RevPAR nur 140 EUR.