YoY-Vergleich — Year-over-Year
- Revenue Management
- Commercial
- Finanzen
YoY-Vergleich — Year-over-Year — Der YoY-Vergleich (Year-over-Year) stellt Hotelkennzahlen wie RevPAR, ADR, Auslastung und Umsatz dem gleichen Zeitraum des Vorjahres gegenüber. Er ist die grundlegende Analysemethode, um echtes Wachstum von saisonalen Schwankungen zu unterscheiden, und die Basis für Forecast, Budgetierung und strategische Entscheidungen in der Hotellerie.
Einfach erklärt
Wenn der RevPAR im März bei 145 CHF liegt, ist das gut oder schlecht? Ohne Referenzwert ist die Zahl bedeutungslos. Der YoY-Vergleich liefert genau diesen Referenzwert: Im März des Vorjahres lag der RevPAR bei 132 CHF. Also +9,8 % YoY. Jetzt hat die Zahl Aussagekraft.
Warum nicht einfach den Vormonat vergleichen? Weil die Hotellerie extrem saisonal ist. Ein Stadthotel hat im Dezember andere Nachfrage als im November, und ein Ferienhotel im Januar andere als im Februar. Der Monatsvergleich (MoM) verzerrt. Der YoY-Vergleich eliminiert Saisonalität, weil er denselben Zeitraum in zwei aufeinanderfolgenden Jahren vergleicht.
Die Tücke liegt im Detail: Kalenderverschiebungen. Fällt Ostern im Vorjahr in den März und dieses Jahr in den April, verzerrt das den YoY-Vergleich für beide Monate massiv. Dasselbe gilt für Messen, die sich verschieben, oder Feiertage, die auf andere Wochentage fallen. Professionelles Revenue Management bereinigt diese Effekte, oder vergleicht auf Wochenbasis statt auf Monatsbasis.
YoY-Veränderung in Prozent:
YoY % = (Wert aktuelles Jahr − Wert Vorjahr) ÷ Wert Vorjahr × 100
Beispiel: RevPAR März 2026: 145 CHF. RevPAR März 2025: 132 CHF. YoY = (145 − 132) ÷ 132 × 100 = +9,8 %.
Anwendung in der Praxis
Ein Konferenzhotel feiert im Q1-Report einen RevPAR-Anstieg von +12 % YoY. Die Direktion ist zufrieden, bis die Revenue Managerin die Zahl bereinigt: Im Vorjahr fiel eine grosse Messe aus (Corona-Nachwirkung), dieses Jahr fand sie regulär statt. Bereinigt um den Messeeffekt liegt das YoY-Wachstum bei +3,2 %.
(1) Event-Kalender mit allen messbaren Sondereffekten pflegen (Messen, Feiertage, Grossereignisse, Bauarbeiten). (2) YoY-Berichte immer in zwei Varianten erstellen: unbereinigte und bereinigte Vergleiche. (3) Für den Forecast die bereinigten Werte verwenden, nicht die verzerrten Rohdaten.
Die Direktion trifft Entscheidungen auf Basis realistischer Wachstumszahlen. Der Forecast für Q2 wird um 8 % nach unten korrigiert, weil im Vorjahr ein einmaliger Nachholeffekt den Q2-Wert inflationiert hatte. Dein Hotel vermeidet Überkapazität bei Personal und Einkauf.
Relevanz für den Hotelbetrieb
Revenue Management
YoY ist die Basis-Kennzahl für jeden Revenue Report, Picking, Pacing und Forecast bauen darauf auf.
Commercial
Kanalperformance, Segmententwicklung und Marketingerfolg werden YoY gemessen, ohne Vorjahresvergleich kein Erfolgsbeweis.
Finance
Budgetierung, GuV-Analyse und GOP-Vergleich basieren auf YoY, der Verwaltungsrat will Vorjahresvergleiche sehen.
Management
Strategische Entscheidungen (Investitionen, Renovierungen, Personalplanung) erfordern YoY-Trends über 3–5 Jahre.
Typische Fehler & Best Practices
Häufige Fehler
- YoY-Vergleiche ohne Bereinigung von Sondereffekten (Messeausfall, Renovierung, Corona) als bare Münze nehmen.
- Nur auf Monatsbasis vergleichen und Kalenderverschiebungen (Ostern, Pfingsten) ignorieren, das verzerrt zwei Monate gleichzeitig.
- YoY isoliert betrachten, ohne Comp-Set-Benchmark: +5 % klingt gut, aber wenn der Markt +12 % macht, verliert das Hotel Marktanteil.
Best Practices
- Event- und Sondereffekt-Kalender führen: Jede Verzerrung dokumentieren, damit YoY-Bereinigungen möglich sind.
- Auf Wochenbasis (Day-of-Week) vergleichen, nicht nur Kalendermonat, das eliminiert Verschiebungen bei beweglichen Feiertagen.
- YoY immer im Kontext des Comp-Sets lesen: STR-Daten zeigen, ob das Wachstum Markt- oder Eigenleistung ist.
Nächster Schritt
Du willst deine Revenue-Performance systematisch steigern? Wir entwickeln mit dir die passende Strategie.
Was du zu diesem Begriff wissen solltest.
Die Hotellerie ist extrem saisonal. Nur der Vergleich mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres eliminiert saisonale Verzerrungen und zeigt echtes Wachstum oder Rückgang.
Auf Wochenbasis statt Monatsbasis vergleichen, Event-Kalender mit Sondereffekten führen und bereinigte YoY-Vergleiche erstellen, die bekannte Verschiebungen dokumentieren.