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JF-Hospitality
Glossar

GOP — Gross Operating Profit

  • Revenue Management
  • Operations
  • Finanzen

GOP — Gross Operating Profit — Der GOP (Gross Operating Profit) ist der wichtigste Indikator für die operative Rentabilität eines Hotels. Er zeigt, was nach Abzug aller operativen Kosten, Personal, Wareneinsatz, Energie, Marketing, übrig bleibt, bevor Fixkosten wie Miete, Versicherungen und Abschreibungen greifen. Berechnet wird er nach dem USALI-Standard (Uniform System of Accounts for the Lodging Industry).

Einfach erklärt

Stellt euch vor, ein Hotel macht 5 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Davon gehen Personal (1,5 Mio.), Wareneinsatz F&B (600k), Energie (300k), Marketing (200k) und weitere operative Kosten ab. Was übrig bleibt, ist der GOP, der operative Gewinn, den das operative Team beeinflusst.

Der Grund, warum der GOP in der Hotelbranche so zentral ist: Er isoliert die operative Leistung vom Einfluss der Eigentümerstruktur. Ob das Hotel gemietet, gepachtet oder im Eigentum betrieben wird, der GOP bleibt vergleichbar. Deshalb nutzen Asset Manager, Eigentümer und Betreibergesellschaften den GOP als universelle Benchmark.

Die Berechnung folgt dem USALI-Schema: Jede Abteilung (Rooms, F&B, Spa, Events) liefert ein Abteilungsergebnis. Davon werden die nicht-verteiltbaren Kosten (Undistributed Operating Expenses) wie Administration, Marketing und Instandhaltung abgezogen.

Berechnung

GOP = Gesamtumsatz − Operative Kosten

Detaillierter: GOP = Summe aller Abteilungsergebnisse − Undistributed Operating Expenses (Admin, Sales & Marketing, IT, Energie)

GOP-% = (GOP / Gesamtumsatz) × 100

Beispiel: 5.000.000 € Umsatz − 3.200.000 € operative Kosten = 1.800.000 € GOP → GOP-% = 36 %

Die wichtigsten Hebel zur GOP-Steigerung sind in der Reihenfolge ihrer Wirkung: Pricing & Mix-Optimierung (jeder Euro Mehrumsatz fliesst zu 80–90 % in den GOP), Personalproduktivität (Mitarbeiterstunden pro besetztem Zimmer), F&B-Wareneinsatz (Ziel: <30 %) und Energiekosten (typischer Anteil 4–6 % am Umsatz, mit smarter Gebäudeleittechnik um 15–25 % reduzierbar).

Relevanz für den Hotelbetrieb

  • Operations

    Der GOP ist das operative Steuerungsinstrument Nr. 1. Jede Abteilung trägt direkt zum GOP bei.

  • Revenue Management

    RevPAR-Steigerung ohne GOP-Fokus ist wertlos. RM muss Umsatz UND Profitabilität steuern.

  • Asset Management

    Eigentümer und Investoren bewerten Hotels primär über den GOP und die GOP-Marge.

  • F&B

    F&B ist oft der grösste GOP-Drücker, Wareneinsatz und Personalsteuerung sind entscheidend.

  • Back of House

    Energiekosten, Instandhaltung und IT-Kosten wirken als Undistributed Expenses direkt auf den GOP.

Typische Fehler & Best Practices

Häufige Fehler

  • GOP-Ziele ohne USALI-konforme Kostenstruktur setzen, ohne einheitliche Zuordnung ist der Vergleich sinnlos.
  • Umsatzwachstum feiern, ohne die Kosten proportional zu analysieren.
  • Abteilungsleiter nicht in die GOP-Verantwortung einbinden.
  • GOP wird nur monatlich betrachtet, tägliche Steuerung über Forecast und Pace-Reports fehlt.
  • Indirekte Kosten (Marketing, Verwaltung, IT) werden nicht sauber den Profit Centern zugeordnet.

Best Practices

  • Monatliches USALI-Reporting mit Abteilungsergebnissen und Abweichungsanalyse.
  • GOP-Ziel pro Abteilung definieren, nicht nur auf Gesamthotel-Ebene.
  • Benchmarking gegen Competitive Set (z. B. über STR-Daten oder HotStats).
  • USALI-Standard (Uniform System of Accounts for the Lodging Industry) konsequent anwenden, sorgt für Vergleichbarkeit mit Benchmarks.
  • GOP-Forecast monatlich rollierend für die nächsten 3 Monate erstellen, nicht nur den Jahresplan beobachten.

Nächster Schritt

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Häufige Fragen

Was du zu diesem Begriff wissen solltest.

Der GOP zeigt die reine operative Leistung (nach USALI), EBITDA berücksichtigt zusätzlich nicht-operative Posten und Management Fees. GOP isoliert die operative Performance unabhängig von Finanzierungsstruktur.

Stark abhängig von Hoteltyp und Region. In Europa: Vollservice-Hotels 30–40 %, Limited-Service-Hotels 45–55 %. Entscheidend ist der Vergleich mit dem eigenen Competitive Set.

Im urbanen Raum: 30–40 % GOP-Marge. Resort-Hotels mit hohem F&B-Anteil: 25–35 %. Top-Performer in der Stadt erreichen 45 %+. Werte unter 20 % deuten auf strukturelle Probleme bei Personal- oder Energiekosten hin.

GOP umfasst alle operativen Kosten ohne Versicherungen, Steuern, Pacht/Miete und Management Fees. EBITDA zieht zusätzlich diese sogenannten **Below-the-Line-Kosten** ab (ausser Abschreibungen). EBITDA ist näher am tatsächlichen Cashflow, GOP misst die operative Performance des Hauses.