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JF-Hospitality
Glossar

No-Show

  • Revenue Management
  • Distribution
  • Operations
  • Finanzen

No-Show — Ein No-Show ist ein Gast, der trotz bestehender Buchung nicht in deinem Hotel erscheint, und auch nicht storniert. No-Shows verursachen direkte Umsatzverluste und sind ein zentraler Faktor für Overbooking-Strategien. Hotels managen No-Shows durch Kreditkartengarantien, Vorauszahlungsmodelle und datenbasierte Prognosen.

Einfach erklärt

Jeden Abend bleiben in einem durchschnittlichen Hotel 2–5 % der gebuchten Zimmer leer, weil Gäste nicht auftauchen. Das klingt wenig, summiert sich aber: Bei 200 Zimmern und 3 % No-Show-Rate sind das 6 Zimmer pro Nacht, bei einer ADR von 150 € sind das 900 € Umsatzverlust. Pro Tag.

Hotels haben drei Strategien gegen No-Shows: Prävention (Kreditkartengarantie, Vorauszahlung, Non-Refundable-Raten), Kompensation (No-Show-Gebühr von der Kreditkarte einziehen) und Overbooking (mehr Zimmer verkaufen als verfügbar, um die No-Show-Quote auszugleichen).

Overbooking ist dabei die strategisch wichtigste, aber auch riskanteste Massnahme: Wenn die No-Show-Quote richtig prognostiziert wird, werden nur die tatsächlich leeren Zimmer “überkauft”. Wenn die Prognose falsch liegt, stehen zu viele Gäste vor der Tür, und das Hotel muss “walken” (Gäste in ein anderes Hotel umleiten).

Strategisch wichtig ist die Overbooking-Steuerung auf Basis der historischen No-Show-Quote: Bei stabiler Quote von z. B. 4 % kann an Spitzentagen kontrolliert um diesen Faktor überbucht werden, um Leerstand zu vermeiden. Diese Praxis erfordert klar definierte Walk-Prozesse und einen Notfall-Vertrag mit benachbarten Hotels für die Unterbringung verdrängter Gäste.

Anwendung in der Praxis

Szenario

Ein Stadthotel in Frankfurt hat eine durchschnittliche No-Show-Rate von 4,5 %. Es werden keine Überkapazitäten verkauft und keine No-Show-Gebühren erhoben. Resultat: Circa 8 Zimmer pro Nacht bleiben leer.

Massnahmen

(1) Kreditkartengarantie für alle Buchungen ab 18:00 Uhr verpflichtend. (2) Non-Refundable-Rate als günstigste Option einführen (ca. 10 % unter Flexible Rate). (3) Overbooking-Algorithmus im RMS aktivieren, basierend auf historischer No-Show-Rate nach Wochentag, Segment und Kanal. (4) Walk-Prozedur definieren: Partnerhotel, Taxi, Entschädigung.

Ergebnis

No-Show-Rate sinkt auf 2,8 % (Non-Refundable-Effekt). Overbooking fängt die verbleibenden No-Shows auf. Walk-Rate: 0,3 % (deutlich unter dem No-Show-Verlust). Nettoeffekt: +5,2 Zimmer pro Nacht zusätzlich verkauft → ca. 285.000 € Mehrumsatz pro Jahr.

Relevanz für den Hotelbetrieb

  • Revenue Management

    No-Show-Prognose ist die Basis für Overbooking-Strategien, direkt umsatzrelevant.

  • Front of House

    Walk-Prozedur bei Overbooking, No-Show-Gebühren einziehen, Gästekommunikation.

  • Reservierung

    Buchungsbedingungen, Kreditkartengarantien und Vorauszahlungspolicies verwalten.

  • Finance

    No-Show-Gebühren korrekt abrechnen und in der Buchhaltung erfassen.

Typische Fehler & Best Practices

Häufige Fehler

  • No-Show-Gebühren nicht einziehen, obwohl Kreditkarte hinterlegt ist, "wir wollen den Gast nicht verärgern".
  • Overbooking nach Bauchgefühl statt datenbasiert, führt zu unnötigen Walk-Situationen.
  • No-Show-Rate nicht segmentspezifisch analysieren (OTA-Buchungen haben oft höhere No-Show-Raten).
  • No-Show-Rate wird nicht systematisch gemessen, jede Buchung sieht im PMS gleich aus, der Anteil bleibt unsichtbar.
  • No-Show-Gebühren werden zwar in den AGB festgelegt, aber bei OTAs nicht durchgesetzt, Booking.com kassiert dann eigene Stornogebühren.

Best Practices

  • No-Show-Rate nach Segment, Kanal, Wochentag und Saison tracken.
  • Non-Refundable-Raten als Prävention: Gäste, die vorab zahlen, erscheinen fast immer.
  • Overbooking-Level datenbasiert steuern (historische No-Show-Rate × Sicherheitsmarge).
  • No-Show-Rate je Vertriebskanal monatlich auswerten, manche OTAs haben deutlich höhere Quoten als Direktbuchungen.
  • Pre-Arrival-Bestätigung 24h vor Anreise als Standard, per Mail oder Whatsapp, mit Gepäck-/Check-in-Info kombiniert. Reduziert No-Shows messbar.

Nächster Schritt

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Häufige Fragen

Was du zu diesem Begriff wissen solltest.

Den vollen Zimmerumsatz plus entgangene Nebenerlöse (F&B, Spa). Bei 2–5 % No-Show-Rate und ADR 150 € sind das 150–375 € Verlust pro Nacht bei 200 Zimmern.

Ja, wenn die Buchungsbedingungen es klar kommunizieren und eine gültige Kreditkartengarantie vorliegt.

Stark vertriebskanal-abhängig: Direktbuchung mit Vorauszahlung <0,5 %, Direktbuchung ohne Garantie 1–3 %, OTA-Buchungen 4–8 %, Corporate-Buchungen ohne Kreditkarten-Garantie 8–15 %. Resort-Hotels mit längerer Anreisezeit haben tendenziell höhere Werte.

Ja, sofern in den AGB klar ausgewiesen und der Gast vor der Buchung darüber informiert wurde. Üblich: 80–100 % der ersten Übernachtung als Gebühr. Voraussetzung ist eine valide Garantie (Kreditkarte, Vorauszahlung). Für Buchungen über OTAs gelten deren Stornopolitik, das Hotel kann diese nicht einseitig anpassen.