Inventory Management
- Revenue Management
- Commercial
- Distribution
- Operations
Inventory Management — Im Hotel ist die strategische Steuerung aller verfügbaren Zimmer: Welche Zimmertypen stehen auf welchen Kanälen zur Verfügung? Welche Kontingente sind für Gruppen, Corporate-Kunden oder Veranstalter reserviert? Wann wird die Verfügbarkeit eingeschränkt oder erweitert? Es ist der operative Hebel, mit dem Hotels ihre Revenue-Strategie in Buchbarkeit übersetzen.
Einfach erklärt
Ein Hotel hat eine fixe Anzahl Zimmer, das ist das Inventar. Die Kunst liegt darin, dieses knappe Gut so zu verteilen, dass der Gesamtumsatz maximiert wird. Inventory Management ist dabei die Schnittstelle zwischen Revenue Management und Distribution.
Konkret geht es um Fragen wie: Soll ich auf Booking.com noch 10 Zimmer zeigen, wenn ich über deine Website besser verkaufen kann? Soll ich dem Reiseveranstalter 20 Zimmer als Allotment geben, obwohl er letztes Jahr nur 60 % abgerufen hat? Soll ich für das Wochenende die günstigste Zimmerkategorie sperren, um Upselling auf höhere Kategorien zu forcieren?
Modernes Inventory Management nutzt Restriktionen (Minimum Length of Stay, Closed to Arrival, Stop Sell) und kanalspezifische Steuerung (welcher Kanal sieht welches Inventar), um die bestmögliche Gästemischung pro Datum zu erreichen.
Ein häufig übersehener Aspekt ist die Zimmertypen-Konvertibilität: Doppelzimmer, die als Twin oder Doppel verkauft werden können, sollten nicht als zwei separate Inventarpools geführt werden. Ein gemeinsamer Pool mit nachgelagerter Zuordnung beim Check-in maximiert die Auslastung.
Anwendung in der Praxis
Ein Resort mit 150 Zimmern gibt für die Sommersaison 40 Zimmer als Allotment an drei Reiseveranstalter. Im Vorjahr wurden nur 55 % der Allotments abgerufen, der Rest fiel erst 14 Tage vor Anreise zurück, zu spät für den freien Verkauf.
(1) Allotments auf 25 Zimmer reduzieren, dafür flexible Zusatzkontingente auf Anfrage. (2) Release-Fristen von 14 auf 30 Tage verlängern. (3) Kanalspezifische Verfügbarkeit: An Hochnachfrage-Tagen OTA-Inventar begrenzen, Direktkanal stärken. (4) MLOS (Minimum Length of Stay) an Wochenenden einführen.
Allotment-Abrufquote steigt auf 78 %. Durch früheres Zurückfallen können mehr Zimmer im freien Verkauf zu höheren Raten platziert werden. ADR +12 % in der Hauptsaison. Direktbuchungsanteil +8 %.
Relevanz für den Hotelbetrieb
Revenue Management
Inventory-Steuerung ist der operative Arm des RM, Restriktionen und Kontingente setzen die Preisstrategie um.
Distribution
Kanalspezifische Verfügbarkeiten bestimmen, wo und wie viele Zimmer buchbar sind.
Sales / Groups
Allotments, Gruppenkontingente und Sperrzeiten müssen mit Sales koordiniert werden.
Front of House
Zimmerzuweisung bei Check-in basiert auf dem Inventory, Upgrades und Moves brauchen korrektes Inventar.
Operations
Housekeeping-Planung hängt von der belegten Zimmerstruktur ab, die aus dem Inventory Management resultiert.
Typische Fehler & Best Practices
Häufige Fehler
- Allotments zu grosszügig vergeben und zu kurze Release-Fristen akzeptieren.
- Alle Kanäle gleich behandeln, ohne kanalspezifische Inventarsteuerung.
- Restriktionen nur auf Ratenebene nutzen, die Inventarebene ignorieren.
- Zimmer-Pools werden zu fein geschnitten (jede Suite ein eigener Typ), das verkompliziert die Verteilung über alle Kanäle.
- Statisches Inventar trotz dynamischer Nachfrage, z. B. werden Sales-Allotments für Gruppen nicht rechtzeitig zurückgeholt.
Best Practices
- Allotments datenbasiert vergeben: Abrufquoten der letzten 2 Jahre analysieren.
- Kanalspezifische Verfügbarkeiten steuern: Hochmarge-Kanäle priorisieren.
- Restriktionen (MLOS, CTA, CTD) systematisch einsetzen, nicht nur an Spitzentagen.
- Maximal 5–8 Room Types pro Hotel definieren, darüber wird die Steuerung über Channel Manager und Booking-Engine fragil.
- Cut-off-Date für Gruppen-Allotments konsequent durchsetzen: 14–28 Tage vor Anreise nicht abgerufene Kontingente fallen automatisch zurück in den freien Verkauf.
Nächster Schritt
Du willst deine Revenue-Performance systematisch steigern? Wir entwickeln mit dir die passende Strategie.
Was du zu diesem Begriff wissen solltest.
Die Steuerung aller Zimmerverfügbarkeiten: Kontingente, Allotments, kanalspezifische Verfügbarkeiten und Restriktionen wie MLOS oder Stop Sell.
Ein vorreserviertes Zimmerkontingent für einen Partner (Veranstalter, Firma), ohne Vorauszahlung, mit Release-Frist für nicht abgerufene Zimmer.
**Inventory** ist das gesamte verfügbare Zimmer-Inventar deines Hotels. **Allotment** ist ein reservierter Teil davon, der einem Vertragspartner (TMC, OTA, Reiseveranstalter) garantiert zur Verfügung gestellt wird. Allotments sind Teil des Inventars, aber nicht frei verkäuflich.
Über drei Hebel: **Open/Close-Rules** (Verkaufsstop bei niedriger Verfügbarkeit), **Length-of-Stay-Restriktionen** (Mindestaufenthalt an Spitzentagen) und **Yield-Management-Regeln** (welche Tarife sind bei welcher Auslastung verfügbar). Moderne RMS automatisieren diese Entscheidungen pro Zimmertyp und Datum.