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JF-Hospitality
Glossar

GDS — Global Distribution System

  • Revenue Management
  • Commercial
  • Distribution

GDS — Global Distribution System — Ein GDS (Global Distribution System) ist ein weltweites Buchungsnetzwerk, die drei grossen Systeme sind Amadeus, Sabre und Travelport. Über das GDS buchen Reisebüros, Travel Management Companies (TMCs) und Firmenkunden Hotels, Flüge und Mietwagen. Für Hotels ist das GDS der wichtigste Zugang zum Corporate- und Geschäftsreisesegment.

Einfach erklärt

Das GDS ist das “Internet der Reisebüros”. Bevor es Online-Portale gab, war das GDS die einzige Möglichkeit, Flüge und Hotels digital zu buchen. Heute ist es vor allem im B2B-Bereich relevant: Travel Manager in Unternehmen und professionelle Reisebüros nutzen das GDS als zentrales Buchungstool.

Für Hotels funktioniert das GDS so: Das Hotel stellt seine Raten, Verfügbarkeiten und Restriktionen über eine GDS-Anbindung (via Channel Manager oder direkt) zur Verfügung. Ein Reisebüro-Mitarbeiter sucht im GDS nach Hotels in einer bestimmten Stadt, sieht die verfügbaren Raten und bucht, die Buchung fliesst zurück ins PMS deines Hotels.

Der strategische Wert des GDS liegt im Zugang zum Corporate-Segment: Grosse Unternehmen verhandeln über TMCs Firmenraten, die im GDS hinterlegt sind. Wer im GDS nicht präsent ist, ist für dieses Segment unsichtbar.

GDS bleibt trotz OTAs und Direktbuchungen unverzichtbar im Corporate-Segment: 70–80 % der grossen Firmenkunden buchen über ihre TMC (z. B. BCD, CWT, American Express GBT), und diese arbeiten praktisch ausschliesslich über GDS. Wer Business-Travel-Umsätze halten will, braucht GDS-Anbindung.

Anwendung in der Praxis

Szenario

Ein Business-Hotel in München möchte seinen Corporate-Anteil von 15 auf 25 % steigern. Dein Hotel ist zwar im GDS gelistet, aber die Profile sind veraltet, Bilder fehlen und die RFP-Saison (Request for Proposal) wurde bisher nicht aktiv genutzt.

Massnahmen

(1) GDS-Profil komplett überarbeiten: aktuelle Bilder, detaillierte Beschreibungen, korrekte Amenities. (2) Aktive Teilnahme an der jährlichen RFP-Saison mit wettbewerbsfähigen Corporate Rates. (3) Quartalsweise Performance-Analyse der GDS-Buchungen nach TMC und Firmenkunde.

Ergebnis

Corporate-Anteil steigt auf 22 %. GDS-Buchungen wachsen um 38 %. Durchschnittliche ADR der GDS-Buchungen liegt 8 % über der OTA-ADR, und die Gäste stornieren seltener.

Relevanz für den Hotelbetrieb

  • Distribution

    Das GDS ist ein eigenständiger Distributionskanal mit Zugang zu einem Segment, das über OTAs kaum erreichbar ist.

  • Commercial

    Corporate-Verhandlungen (RFPs), Firmenraten und TMC-Beziehungen werden über das GDS gesteuert.

  • Revenue Management

    GDS-Raten müssen in die Gesamtratenstrategie integriert werden, Corporate Rates dürfen die BAR nicht überschreiten.

Typische Fehler & Best Practices

Häufige Fehler

  • GDS-Profil einmal anlegen und nie aktualisieren, veraltete Infos führen zu Buchungsabbrüchen.
  • Corporate Rates nicht regelmässig gegen die BAR benchmarken.
  • GDS-Performance nicht tracken, welche TMCs buchen, zu welcher ADR, mit welcher Stornoquote?
  • GDS-Verträge werden abgeschlossen, ohne Kommissions- und Distribution-Cost-pro-Buchung sauber zu kalkulieren.
  • Ratenparität auf GDS wird nicht überwacht, falsche Raten landen im Travel-Agent-Frontend und ärgern Stammkunden.

Best Practices

  • GDS-Profile mit aktuellen Bildern, Beschreibungen und Amenities pflegen.
  • RFP-Saison strategisch nutzen: Zielunternehmen definieren, wettbewerbsfähige Raten kalkulieren.
  • GDS-Buchungen nach Segment, TMC und Profitabilität analysieren.
  • GDS gezielt für Corporate- und TMC-Geschäft (Travel Management Companies) einsetzen, nicht für Leisure, dort ist die Margin zu dünn.
  • Negotiated Rates pro TMC und Konzern systematisch pflegen und mindestens jährlich neu verhandeln.

Nächster Schritt

Du willst deine Revenue-Performance systematisch steigern? Wir entwickeln mit dir die passende Strategie.

Häufige Fragen

Was du zu diesem Begriff wissen solltest.

Ein weltweites Buchungsnetzwerk (Amadeus, Sabre, Travelport), über das Reisebüros und TMCs Hotels buchen. Besonders wichtig für das Corporate-Segment.

Vor allem für Hotels mit Firmenkundenanteil und MICE. Reine Ferienhotels können oft darauf verzichten. Kosten und Nutzen müssen individuell abgewogen werden.

Die vier grossen: **Amadeus**, **Sabre**, **Travelport (Galileo, Worldspan, Apollo)**. Marktanteil weltweit: Amadeus ~40 %, Sabre ~35 %, Travelport ~20 %. In Europa dominiert Amadeus, in Nordamerika Sabre.

Pro Buchung: 8–15 € Transaktionsgebühr ans GDS plus 8–10 % Kommission an die Travel Agency. Insgesamt liegen die Distributionskosten bei 12–20 % des Zimmerumsatzes. Für hohe ADRs lohnt es sich, niedrigere Tarife sind oft unprofitabel.